Designer Christian Haas interpretiert klassische Formen neu

Die Form folgt der Funktion: So lautet einer der wichtigsten Grundsätze des Bauhaus.

2019 feiert die Stilschule ihr 100-jähriges Bestehen. Ihre nüchternen Formen und ausgewogenen Proportionen wirken bis heute überraschend modern. Für die Premium-Badkollektion Antheus hat sich der Designer Christian Haas unter anderem von Stilelementen des Bauhaus inspirieren lassen. Entstanden ist eine zeitlos elegante Kollektion, die sich souverän über Stilzitate hinwegsetzt.

„Das Bauhaus gilt vielen noch heute als Inbegriff moderner Architektur und minimalen Designs“, erklärt Christian Haas, „und etliche Entwürfe aus damaliger Zeit haben bis heute nichts an Aktualität eingebüßt. Das ist wohl einmalig in der Geschichte des Designs.“ Bei der Gestaltung der Premium-Badkollektion Antheus hat sich der 1974 in Erlangen geborene Designer unter anderem von der klaren Formensprache des Bauhaus leiten lassen. Das Ergebnis sind ausgeglichene Proportionen, die gleichzeitig reduziert und harmonisch wirken. „Harmonie und interessante Proportionen machen neben Materialwahl, Finishing und Haptik einen großen Teil eines Entwurfes aus. Das sehe ich eigentlich für alle meine Entwürfe so“, betont Haas.

Harmonische Formen, hochwertige Materialien

Rechteck, Kreis, Langloch – der Ausgangspunkt für die ausgewogene Gestaltung von Antheus sind geometrische Grundformen. Das gilt für den rechteckigen Waschtisch, den runden Spiegel und den länglichen Ganzkörperspiegel mit halbkreisförmigen Abschlüssen und praktischem Stauraum. Aufgebrochen werden die strengen Konturen mit Details wie der klassischen Waschtisch-Facette, die dem Betrachter ein reizvolles Spiel mit Licht und Schatten bietet. Konstruktionen aus breiten Stahlbändern verleihen dem Waschtisch und der freistehenden Badewanne Leichtigkeit und erinnern an den Barcelona-Sessel von Mies van der Rohe, einen Klassiker des Bauhaus. Neben den Formen ist die Materialauswahl das entscheidende Gestaltungselement von Antheus, so Haas: „Der Materialmix aus poliertem Edelstahl, Stein, Holz und Keramik lässt das Bauhaus als eine Inspirationsquelle erkennen, allerdings abstrakt. Antheus ist für mich in erster Linie eine zeitlose, produktübergreifende Kollektion mit souveränem Appeal.“

Neue Wege beschreiten

Bestehende Stile lediglich zu zitieren sieht Christian Haas grundsätzlich nicht als Aufgabe eines Designers: „Heutzutage ist man als Gestalter meiner Ansicht nach Teil einer permanenten Entwicklung, die auf Bestehendes aufbaut, sich inspiriert und auch Neues oder Unkonventionelles integriert.“ Auch das Bauhaus baute nur insofern auf der Tradition auf, als dass es radikal mit ihr brach und etwas völlig Neues schuf: „Das Bauhaus hat bewusst mit dem Bestehenden gebrochen und richtete sich in seiner Modernität an den fortschrittlichen, aufgeklärten Menschen. Neue Fertigungstechniken haben zumal die Re- alisierung von Entwürfen ermöglicht, die bis dato undenkbar waren“, erinnert Haas.

Die „Farbe“ Weiß

Einer der Gründe, warum das Bauhaus bis heute nichts von seiner modernen Anmutung verloren hat, ist der konsequente Einsatz von Weiß. Als Designer, der viele Entwürfe in Porzellan und Keramik realisiert hat, weiß Christian Haas die Eigenschaften von Weiß zu schätzen: „Weiß zeigt eine Form in voller Klarheit ohne abzulenken oder zu beschönigen. Keine andere Farbe ist so wandelbar und nuancenreich, abhängig von den Lichtverhältnissen. Weiß kommt nie aus der Mode und polarisiert nicht. Weiß schafft Klarheit und schärft den Blick.“ Bei Antheus sieht Haas die weiße Keramik als Vermittler in einem Dreiklang der Materialien: „Die Kollektion verbindet kühles Metall und warmes Holz mit Keramik als Vermittler. Denn Keramik kann beides: kühl und warm.“

Über den Designer

Christian Haas, Jahrgang 1974, studierte Industrial Design und entwickelt Produktdesigns für namhafte Kunden in der ganzen Welt. Sein Spektrum umfasst Möbel, Leuchten, Arbeiten aus Porzellan und Glas sowie komplette Interior-Konzepte. Mit Villeroy & Boch arbeitet Christian Haas sowohl im Bereich Bad und Wellness als auch im Bereich Tischkultur zusammen. Seit 2015 lebt und arbeitet Christian Haas in Porto.